VISION BIRKENAU

Wie Sie sicherlich bereits auf dieser Homepage auf der Seite Struktur Kommunalpolitik gelesen haben, ist in Hessen gemäß der Hessischen Gemeindeordnung geregelt, dass Entscheidungen nicht vom Bürgermeister, sondern von der Gemeindevertretung getroffen werden. Dennoch habe ich natürlich meine Vision für Birkenau. Die folgenden Themen möchte ich in den politischen Entscheidungsprozess der Gemeindevertretung einbringen.

Finanzen

Birkenau gerät seit Jahren leider immer mehr in eine finanzielle Schieflage, die uns im Vergleich mit anderen Gemeinden des Kreises nicht gut dastehen lässt. Durch mein BWL-Studium sind mir finanzwirtschaftliche Kennzahlen bestens vertraut und die tatsächliche Situation springt mir unweigerlich ins Auge. An zwei einfachen Beispielen lässt sich dies gut darstellen:

Jahresabschluss 2017

Zum einen der erst im Dezember 2020 in der Gemeindevertretung verabschiedete Jahresabschluss für 2017. Er schloss weit schlechter ab als es die Planung vorgesehen hatte. Um Ihnen die Bedeutung und Folgen transparent zu machen, möchte ich ein paar Zahlen nennen. Für den Jahresabschluss 2017 wurde mit einem Überschuss von über 76.000 € gerechnet. Tatsächlich ist aber ein Verlust von knapp 900.000 € verbucht worden. Somit war die angenommene Grundlage für die Haushaltsplanung der Folgejahre massiv verzerrt. Hinzu kommt, dass das Vermögen unserer Gemeinde zwischen 2009 und 2017 um mindestens 12 Millionen Euro abgenommen hat und wir alle dadurch um mehr als 30% ärmer geworden sind. Dies zeigt, dass hier umgehender Handlungsbedarf besteht, um die Fehlplanungen der Vergangenheit zu korrigieren und neue Projekte zukünftig in einem für die Gemeinde tatsächlich realistischen Finanzrahmen zu planen.

Bürgerhaus

Ein weiteres Beispiel ist der Umgang mit dem Projekt Bürgerhaus. Dieses Projekt hat die Gemeinde Birkenau, obwohl es nicht realisiert wurde, fast 500.000 Euro gekostet. Diese Summe setzt sich lediglich aus Planungskosten zusammen. Am 05.11.2019 wurde dies im Rahmen zum Nachtrag zum Haushalt 2019 in der Gemeindevertretung beschlossen. Eine gleichzeitige Aufarbeitung des Projektes hat bisher nicht stattgefunden.

Das sind nur zwei Beispiele für den sorglosen Umgang mit den eh schon knappen finanziellen Ressourcen Birkenaus in der Vergangenheit.

Ein solcher Umgang mit den finanziellen Mitteln unserer Gemeinde darf nicht weitergeführt werden! Mir ist es wichtig, dass unsere Gemeinde sich zukünftig im Einklang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen weiterentwickelt. Bei größeren Projekten sollte immer eine Budgethöchstgrenze festgelegt sowie die finanziellen Eckdaten des Projektes so früh wie möglich transparent dargestellt werden. Und danach muss dann gehandelt werden, damit Birkenau nicht noch stärker in eine finanzielle Schieflage gerät. Die Entscheidungsprozesse müssen insgesamt effizienter werden. Aber vor allem sollte die Frage der finanzpolitischen Herangehensweise der Gemeinde Birkenau daher zukünftig nicht alleine „Was wollen wir haben?“ lauten, sondern auch immer „Was können wir uns leisten?“.

Wirtschaft

Um die finanzielle Situation Birkenaus zu verbessen, muss auch das Gewerbe vor Ort gefördert und die Attraktivität für die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe gesteigert werden. Dies ist nicht nur unter dem Aspekt der Gewerbesteuereinnahmen relevant, sondern schafft auch Arbeitsplätze. Natürlich wäre es von Vorteil, wenn Birkenau sich seine Gewerbe aussuchen könnte. Welche Art von Gewerbe passt denn am besten zu Birkenau? Produzierendes, lärm- und flächenintensives Gewerbe oder mehr moderne Technologien? Wie wäre es beispielsweise mit der Errichtung von „Open Offices“, die jungen Startup- Unternehmen eine Entfaltungsmöglichkeit bieten? Birkenau befindet sich durch die Nähe und gute Anbindung zu den Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar in einer wirtschaftlich pulsierenden Region. Die als Beispiel genannten „Open Offices“ bedürfen keiner großen Investition seitens der Gemeinde, sondern es gilt private Investoren dafür zum Beispiel durch günstige Gewerbeflächen, schnelle Internetverbindungen etc. zu gewinnen. Derartige „moderne“ Betriebe bergen nicht nur das Potenzial, neue Einnahmen für die Gemeinde zu generieren, sie stärken auch die Attraktivität des Standortes Birkenau für Gewerbetreibende und Einwohner.

Birkenau hat auch großes Potenzial, einkommensstarke Bürgerinnen und Bürger anzuziehen. Sie sollten wissen, dass die Einnahmen aus der Einkommenssteuer die größte Einkommensquelle der Gemeinde darstellen.

Daraus resultiert ein großes Interesse, Zuzug zu fördern. Und dies meine ich nicht nur aus finanzieller Sicht, sondern auch für ein facettenreicheres Gemeindeleben.

Zu einem meiner vorrangigen Ziele gehört es daher, die Gemeinde und den Wirtschaftsstandort Birkenau regional und überregional besser als in der Vergangenheit zu positionieren. Die Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung im Kreis Bergstraße sowie der Aufbau der entsprechenden Netzwerke und Kontakte gehören für mich ebenso dazu wie die Präsenz auf Fachmessen und überregionalen Veranstaltungen.

Kinder und Jugend

Das Thema Kita und Schulen beschäftigt mich, wie bereits in diversen Artikeln erwähnt, aus eigener Erfahrung. Als Familienvater durfte ich selbst spüren, wie schwierig es für Familien ist, ihre Kinder in Einrichtungen hier in Birkenau unterzubringen. Viele Gespräche mit Erziehungsbeauftragten spiegelten sowohl meine Erfahrung als auch die Erfahrung vieler Eltern, mit denen ich sprach, wider. Der nun schon mehrere Jahre andauernde Stillstand bei dieser Thematik sorgt verständlicherweise für große Frustration. Für mich ist dies ein Herzens-Thema und in meinen Augen auch ein Schlüsselfaktor, mit dem viele andere Themen unserer Gemeinde zusammenhängen. Deshalb ist es für mich ein Muss, dass den Worten der Vergangenheit endlich Taten folgen.

Wir erwarten unser zweites Kind. Kann es eine stärkere Motivation geben, für diese Thematik schnellstmöglich eine Lösung herbeizuführen? Konkret möchte ich dafür sorgen, dass es der Nachfrage angepasste Plätze durch neue Einrichtungen für Kindergartenkinder gibt, dass die existierenden Einrichtungen (Kita/Schulen) Unterstützung für absolut notwendige Renovierungen bekommen und dass Tagesmütter für die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren unterstützt werden und somit ihre Kapazitäten in der Gemeinde voll anbieten können. Darüber hinaus plädiere ich für eine zentrale Anlaufstelle, die die Platzvergabe für die Kindergartenplätze organisiert.

Als Elternteil ist mein Blick natürlich auch nach vorne gerichtet. Daher spielt das Thema Schule ebenfalls eine große Rolle. Auch hier möchte ich mein Engagement einbringen und eine gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Kreises Bergstraße gewährleisten. Hier gilt es, gezielt Themen in den Fokus zu rücken, wie zum Beispiel die Schulwege oder noch ein zwei andere Fokusthemen.

Vorstellen kann ich mir auch die Wiederbelebung eines Jugendzentrums, um der Jugend neue Entfaltungsmöglichkeiten innerhalb unserer Gemeinde zu bieten und sich in das Gemeindeleben mit einzubringen. Jugendliche brauchen eine Perspektive. Diese Diskussion würde ich jedoch gerne unter Einbindung der Vereine beleuchten wollen, um ein ganzheitlich kooperatives Konzept zu entwickeln.

Vereine

Wir haben hier in Birkenau eine beeindruckende Vereinswelt mit über 70 aktiven Vereinen. Diese haben für mich einen sehr hohen Stellenwert. Sie sind die integrative Kraft für Mitbürgerinnen und Mitbürger. Als ehemaliger Judo-Trainer für Kinder und Jugendliche konnte ich selbst feststellen, wie stark die Zugehörigkeit zu einem Verein das Leben prägt. Sie dienen nicht nur als Orte, an denen wir unseren Interessen nachgehen können, sondern sind viel mehr Begegnungs- und Austauschstätten, die unser Gemeindeleben aufwerten.

Hier gilt es für mich, für alle Vereine gleichermaßen ein offenes Ohr zu haben und ihren Stellenwert weiterhin im Rahmen unserer Möglichkeiten zu stärken. Dabei gilt es, ein Konzept zu entwickeln, zugezogene Bürgerinnen und Bürger mit in das Vereinsleben einzubinden. Vereine stellen für mich somit einen der wichtigsten Attraktivitätsfaktoren unserer Gemeinde dar. Wir haben den Luxus einer vielfältigen Vereinswelt und ich möchte mein Möglichstes tun, deren Förderung zu unterstützen.

Ehrenamt

Das Thema Ehrenamt ist für mich ein weiterer essenzieller Punkt. Bürgerinnen und Bürger, die ehrenamtlich in unserer Gemeinde tätig sind, genießen meinen höchsten Respekt. Insofern sind diese Menschen ganz wichtige Wegbegleiter und eine Bereicherung für jeden Bürgermeister. Solch helfende Kräfte zu stützen und zu stärken ist für mich selbstverständlich. Ich bin ein kontaktfreudiger Mensch und definiere für mich deshalb das Amt des Bürgermeisters als sehr bürgernah. In diesem Zusammenhang kommt Ehrenamtsträgern selbstverständlich eine Schlüsselrolle zu. Ich glaube fest daran, dass zusammen viel mehr bewegt werden kann. Nicht umsonst gilt die ehrenamtliche Tätigkeit als wichtiger sozialer Kitt für unsere Demokratie.

Senioren und Schwerbehinderte

Den Senioren und Schwerbehinderten gilt meine besondere Fürsorge. Durch meine Erfahrungen im kirchlichen Ehrenamt, sind mir die Themen der Senioren sehr bewusst. Hier in Birkenau möchte ich vor allem dafür sorgen, dass das Altwerden und Altsein auch unter barrierefreien Bedingungen lebenswert ist. Im Pflegefall ist es erst recht wichtig, seine gewohnte Umgebung als Ankerpunkt behalten zu können. Ich möchte es unseren Senioren ermöglichen, dass jeder in seinem Ortsteil Birkenaus alt werden kann. Gerne möchte ich prüfen, ob eine zentrale Anlaufstelle für Pflegevermittlung in enger Zusammenarbeit mit sozialen Institutionen in der Verwaltung installiert werden kann. Es ist unabdingbar, den Stellenwert und den Erfahrungsschatz dieser Menschen bei der Gestaltung des Gemeindelebens mit einzubeziehen. Dies kann beispielsweise durch Mehrgenerationstreffen geschehen, bei denen ein generationsübergreifender Austausch durch Lesungen, Märchen- und Bastelstunden mit Kindern und Kreativangeboten (z. B. Töpfern) erfolgt.

Feuerwehr

Zu den Menschen des Rettungsdienstes verbindet mich eine besondere und auch emotionale Beziehung. Meine Mutter war ein halbes Jahrhundert als Krankenschwester tätig, was meine Einstellung gegenüber „helfenden Händen“ positiv geprägt hat. Selbstverständlich nimmt in diesem Bereich die Feuerwehr, die meist zuerst am Unglücksort eintrifft, die wichtigste Rolle ein. Ich möchte diese Lebensretter in Ihrem Tun bestärken, wertschätzen und unterstützen. Sie müssen jederzeit bestens ausgestattet sein. Hierzu ist mir besonders wichtig, einen Fokus auf den Bedarfs- und Entwicklungsplan zu legen. Um die Zukunft unserer Feuerwehr zu sichern, ist es essenziell, der Nachwuchsförderung einen hohen Stellenwert zu geben und mich als Bürgermeister mit einzubringen und beispielsweise zusammen mit der Feuerwehr verschiedene Aktionen mit und für Kinder und Jugendliche zu starten.

Kultur

Kulturell betrachtet gibt es auch wichtige Themen, die ich gerne erörtern möchte. Zu allererst braucht es jedoch hierfür einen zentralen Punkt, der als Ortsmittelpunkt eine Stätte für Kultur bieten kann. An diesem Ortsmittelpunkt könnte eine Bühne für Veranstaltungen entstehen, um unsere Kleinkünstler zu fördern und kulturelle Erlebnisse für uns gemeinsam zu schaffen. Ich denke auch an einen Wochenmarkt, um zum einen unsere landwirtschaftlichen Betriebe aus der Umgebung zu unterstützen und zum anderen, um Ihnen den Erwerb regionaler Produkte vor Ort zu ermöglichen. Aber vor allem denke ich, dass wir in Birkenau einen Treffpunkt im Sinne eines Ortskerns brauchen, an dem wir uns gerne treffen und an dem wir gemeinsam Kultur schaffen.

Dieser Punkt soll nicht die Treffpunkte in den verschiedenen Ortsteilen ersetzen, sondern vielmehr ergänzen. Denn mir ist bewusst, dass die Ortsteile identitätsstiftend sind und ihren eigenen Charme besitzen. Als Bürgermeister möchte ich den kulturellen Beitrag der Ortsteile ganz deutlich hervorheben und fördern. Darin sehe ich das Potential, dass Birkenau sich mit einer „Einheit durch Verschiedenheit“ profilieren kann.

Naherholung und Tourismus

Die Erhaltung des Freibads steht außer Frage. Aber auch hier müssen die vorliegenden Konzepte unter meiner Prämisse „Was können wir uns leisten?“ im Hinblick auf deren Umsetzbarkeit betrachtet werden.

Dieser Prämisse folgend sollten bereits bestehende Naherholungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Kneippanlage, wiederbelebt werden. Unsere Lage in herrlicher Natur bietet bereits heute ein hervorragendes Netz von Wald- und Wanderwegen, deren Erschließung für Spaziergänger, Wanderer, Radfahrer, Reiter, Trailrunner etc. in der Vergangenheit nur unzureichend erfolgt ist. Gerade in Zeiten wie diesen gewinnt Naherholung in einem Ort wie Birkenau eine völlig neue Bedeutung, die es zu nutzen gilt. Hier bietet sich ein breites Spielfeld für Neuansätze. Konstruktive Ideen, die unseren Ort diesbezüglich noch attraktiver machen, sind jederzeit willkommen und ich stehe diesen aufgeschlossen gegenüber.

Infrastruktur

Das Radwegkonzept für Birkenau, das Anfang 2020 auf den Weg gebracht wurde, wird uns in der nächsten Zeit intensiv beschäftigen. Ich sehe darin eine große Chance, die verkehrsstrukturelle Vernetzung der Ortsteile zu verbessern. Ein gut durchdachtes und klug umgesetztes Konzept dieser Größenordnung kann zudem dazu beitragen, Birkenau gleichzeitig verkehrssicherer, etwas „grüner“ und damit auch attraktiver zu machen.

Aber auch an dieser Stelle gilt es, Finanzierung und Umsetzung in Einklang zu bringen, indem man angemessen plant und Fördergelder nutzt.

Gesamtblick auf Birkenau

Unsere Gemeinde hat in den letzten Jahren sukzessive die Federführung bei wichtigen Themen an andere Gemeinden in der Region abgegeben. Das Thema IkBit (schnelles Internet) hat Fürth übernommen. Den gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk Weschnitztal, das Standesamt sowie den Aufbau des Dokumentenmanagements hat Birkenau an Mörlenbach verloren. Hier ist es wichtig, sich erneut mutig zu zeigen und sich erneut zu positionieren. „Was kann Birkenau federführend für die Region übernehmen? Wo hat Birkenau seine Stärken?“ Mit diesen beiden Fragen möchte ich mich mit starker Bürgerbeteiligung beschäftigen. Mir schwebt vor, mit Ihnen gemeinsam Birkenau somit wieder eine Strahlkraft für die Region zu verleihen.

Die Themen meiner Vision für Birkenau sollen unsere Themen sein. Der Dialog alleine reicht nicht aus, es geht darum aus den Dialogen eine Kooperation mit Ihnen als Bürgerinnen und Bürger dieser Gemeinde abzuleiten. Das ist meine Definition von Bürgerbeteiligung.

Ich möchte das Amt des Bürgermeisters transparent und als Dienst an Ihnen ausüben. Es ist unsere Heimat und nur zusammen mit Ihnen wird es zur Heimat!

Ihr Bürgermeisterkandidat
Milan Mapplassary

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Milan Mapplassary
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69488 Birkenau

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